Orthopädie

Kniegelenk

Verletzungen und Schäden am Kniegelenk

Ihr Knie schmerzt – beim Treppensteigen, beim Sport oder schon in Ruhe?

Hinter dem stechenden Schmerz nach einer Drehbewegung oder einer Schwellung, die nicht verschwinden will, können sehr unterschiedliche Strukturen stecken: gerissene Menisken, abgenutzter Knorpel, überdehnte Bänder oder eine gereizte Schleimhautfalte. Die richtige Diagnose ist entscheidend – wir nehmen uns die Zeit für eine gründliche Untersuchung.

Das Kniegelenk ist ein komplexes Gelenk aus Oberschenkelknochen (Femur), Schienbein (Tibia) und Kniescheibe (Patella). Es wird stabilisiert durch zwei Kreuzbänder, zwei Seitenbänder, die Menisken als Stoßdämpfer sowie eine kräftige Muskelmanschette. Verletzungen können alle diese Strukturen betreffen – einzeln oder in Kombination (»unhappy triad«).

Meniskusschaden

Die Menisken sind halbmondförmige Faserknorpelscheiben, die als Stoßdämpfer zwischen Femur und Tibia wirken. Der Innenmeniskus ist häufiger betroffen. Schäden entstehen durch akutes Trauma (Rotationsverletzung) oder degenerativen Abbau.

Symptome

  • Schmerzen im Gelenkspalt – typischerweise bei Drehbewegungen

  • Schwellung des Kniegelenks, ggf. Gelenkerguss

  • Blockaden in bestimmten Gelenkstellungen

Rissformen und deren Therapieoptionen

Risstyp Lokalisation Therapie
Längsriss Vaskuläre Außenzone (rot) Arthroskopische Naht möglich
Korbhenkelriss Längs, instabil, blockierend Naht (akut) oder Resektion
Lappenriss Avaskuläre Innenzone (weiß) Arthroskopische Teilresektion
Radiärriss Quer, zerteilt den Meniskus Resektion oder Naht je nach Zone
Degenerativer Riss Innenzone, ältere Patienten Konservativ bevorzugt

Grundsatz: Menisken sind wichtige Stoßdämpfer – jede Resektion erhöht langfristig das Arthroserisiko. Wann immer möglich, wird der Erhalt durch Naht bevorzugt; die Therapie wird individuell nach Risstyp und Lokalisation abgewogen.

Knorpelschaden

Chondropathie / Osteochondrosis dissecans

Der Gelenkknorpel ermöglicht reibungsarme Bewegung, hat keine Blutgefäße und heilt daher nur begrenzt. Schäden entstehen durch Trauma, Fehlbelastung, Achsabweichungen (X-/O-Beine) oder eine Osteochondrosis dissecans.

Einteilung nach Outerbridge

Grad Befund Therapie
I Erweichung, Aufquellung Konservativ: Entlastung, Physio, Injektion
II Oberflächliche Fissuren (<50% Tiefe) Konservativ / Knorpelglättung
III Tiefe Fissuren (>50% Tiefe) Mikrofrakturierung, OATS, ACI
IV Knochen freiliegend OATS, ACI, Umstellungs-OP, ggf. TEP

Therapieverfahren im Überblick

  • Konservativ: Physiotherapie, Hyaluronsäure, PRP, NSAR, Entlastung

  • Chondroplastik: arthroskopische Glättung instabiler Knorpelränder

  • Mikrofrakturierung: Faserknorpelnarbe für Defekte <2 cm²

  • OATS / ACI: Transplantationsverfahren je nach Defektgröße

  • Umstellungsosteotomie (HTO/DFO): Achskorrektur zur Druckumverteilung

Weitere Abschnitte – Bandverletzungen, weitere Kniepathologien und Kniegelenksarthrose – folgen demselben Aufbau. Abbildungs-Felder nur dort, wo eine Grafik die Klassifikation stützt (z. B. Outerbridge-Grade).

Wir sind für Sie da

Ob an unserer rein privatärztlichen HeumarktClinic in Köln oder der auch für Notfälle zugänglichen Chirurgischen Tagesklinik in Asbach.

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