Fußchirurgie

Vorfußdeformitäten, Arthrose und Zehenfehlstellungen

Drückt Ihr Schuh am großen Zeh – oder schmerzt der Vorfuß schon beim ersten Schritt am Morgen?

Ein gerötetes Überbein am Ballen, ein Zeh, der wie ein Hammer abklappt, oder Brennen unter dem Zehenballen wird oft jahrelang als »angeboren« hingenommen. Vorfußprobleme sind häufig und gut behandelbar. Reichen Schuhwerk und konservative Maßnahmen nicht mehr, stehen heute sehr präzise, minimalinvasive Verfahren mit rascher Rückkehr zur Belastung zur Verfügung.

Der Vorfuß ist täglich enormen Belastungen ausgesetzt. Fehlstellungen entwickeln sich oft schleichend – begünstigt durch Schuhwerk, genetische Veranlagung, Übergewicht oder Grunderkrankungen wie die rheumatoide Arthritis. Frühzeitige Erkennung und gezielte Therapie können das Fortschreiten verlangsamen und Operationen hinauszögern oder vereinfachen.

Hallux valgus

Schiefstand der Großzehe

Der Hallux valgus ist die häufigste Vorfußdeformität. Der Großzeh weicht zunehmend nach außen ab, während der erste Mittelfußknochen nach innen driftet. Am Köpfchen entsteht ein schmerzhafter Knochenvorsprung – der Bunion – durch chronische Druckbelastung und Schleimbeutelentzündung.

Entstehung und Risikofaktoren

  • Genetische Veranlagung (familiäre Häufung)

  • Enges, spitzes oder hochhackiges Schuhwerk

  • Bandlaxizität, Spreiz- und Plattfuß

  • Weibliches Geschlecht (8–10× häufiger), rheumatoide Arthritis

Symptome

  • Schmerzhafter Knochenvorsprung (Bunion) am Großzehengrundgelenk

  • Rötung, Schwellung, Druckschmerz durch den Schuh

  • Drängung der Kleinzehen → Hammer- und Krallenzehen

  • Im Verlauf: Arthrose im Gelenk (→ Hallux rigidus)

Konservative Therapie

  • Weites, weiches Schuhwerk mit großer Zehenbox – wichtigste Einzelmaßnahme

  • Nachtschiene, Zehenabstandshalter und Silikonorthesen

  • Einlagen mit Metatarsalpolster und Längsgewölbestütze

  • Physiotherapie, NSAR und Kühlung bei akuter Bursitis

Operative Verfahren

Verfahren Indikation Nachbehandlung
Chevron-Osteotomie Leichter–mittelschwerer HV (IMA <16°) Entlastungsschuh 4–6 Wochen, Vollbelastung ab Tag 1
SCARF-Osteotomie Mittelschwerer–schwerer HV (IMA 12–20°) Entlastungsschuh 6 Wochen
Lapidus-Arthrodese Schwerer HV (IMA >18°), Hypermobilität, Rezidiv 6 Wochen Entlastung, Heilung 8–12 Wochen
Minimalinvasiv (MIS) Leicht–mittelschwer, Zehendeformitäten Normales Schuhwerk meist nach 6–8 Wochen

Das Verfahren richtet sich nach Schweregrad und Ausmaß der Deformität und setzt je nach Lokalisation an unterschiedlichen Bereichen des Fußes an. Ziel ist eine präzise, auf den Befund zugeschnittene Korrektur mit rascher Rückkehr zur Belastung.

Hallux rigidus

Arthrose des Großzehengrundgelenks

Der Hallux rigidus ist die häufigste Arthroseform am Fuß. Durch fortschreitenden Knorpelverlust versteift das Gelenk zunehmend – besonders die Abrollbewegung ist eingeschränkt. Das Abstoßen beim Gehen wird schmerzhaft.

Symptome

  • Schmerz bei Dorsalextension (Treppensteigen, Bergabgehen, Sport)

  • Tastbare Knochenanbauten (Osteophyten) dorsal am Gelenk

  • Bewegungseinschränkung, im Spätstadium Ruheschmerz

Klassifikation nach Coughlin

Grad Befund Therapie
I Geringe Schäden, Beweglichkeit >75% Konservativ: Einlagen, NSAR, Injektion
II Mäßige Arthrose, Dorsalextension 10–30° Konservativ / Cheilektomie
III Schwere Arthrose, Dorsalextension <10° Cheilektomie oder Arthrodese
IV Kompletter Knorpelverlust, Knochen-auf-Knochen MTP-I-Arthrodese (Goldstandard)

Weitere Abschnitte – Zehenfehlstellungen (Hammer-/Krallenzehe), Metatarsalgie und Morton-Neurom sowie weitere Arthroseformen – folgen demselben Aufbau: Abschnitts-Titel, Fließtext, Listen, ggf. Tabelle und Hinweis-Box.

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