Fußchirurgie
Vorfußdeformitäten, Arthrose und Zehenfehlstellungen
Drückt Ihr Schuh am großen Zeh – oder schmerzt der Vorfuß schon beim ersten Schritt am Morgen?
Ein gerötetes Überbein am Ballen, ein Zeh, der wie ein Hammer abklappt, oder Brennen unter dem Zehenballen wird oft jahrelang als »angeboren« hingenommen. Vorfußprobleme sind häufig und gut behandelbar. Reichen Schuhwerk und konservative Maßnahmen nicht mehr, stehen heute sehr präzise, minimalinvasive Verfahren mit rascher Rückkehr zur Belastung zur Verfügung.
Der Vorfuß ist täglich enormen Belastungen ausgesetzt. Fehlstellungen entwickeln sich oft schleichend – begünstigt durch Schuhwerk, genetische Veranlagung, Übergewicht oder Grunderkrankungen wie die rheumatoide Arthritis. Frühzeitige Erkennung und gezielte Therapie können das Fortschreiten verlangsamen und Operationen hinauszögern oder vereinfachen.

Hallux valgus
Schiefstand der Großzehe
Der Hallux valgus ist die häufigste Vorfußdeformität. Der Großzeh weicht zunehmend nach außen ab, während der erste Mittelfußknochen nach innen driftet. Am Köpfchen entsteht ein schmerzhafter Knochenvorsprung – der Bunion – durch chronische Druckbelastung und Schleimbeutelentzündung.
Entstehung und Risikofaktoren

Symptome
Konservative Therapie
Operative Verfahren
| Verfahren | Indikation | Nachbehandlung |
|---|---|---|
| Chevron-Osteotomie | Leichter–mittelschwerer HV (IMA <16°) | Entlastungsschuh 4–6 Wochen, Vollbelastung ab Tag 1 |
| SCARF-Osteotomie | Mittelschwerer–schwerer HV (IMA 12–20°) | Entlastungsschuh 6 Wochen |
| Lapidus-Arthrodese | Schwerer HV (IMA >18°), Hypermobilität, Rezidiv | 6 Wochen Entlastung, Heilung 8–12 Wochen |
| Minimalinvasiv (MIS) | Leicht–mittelschwer, Zehendeformitäten | Normales Schuhwerk meist nach 6–8 Wochen |
Das Verfahren richtet sich nach Schweregrad und Ausmaß der Deformität und setzt je nach Lokalisation an unterschiedlichen Bereichen des Fußes an. Ziel ist eine präzise, auf den Befund zugeschnittene Korrektur mit rascher Rückkehr zur Belastung.
Hallux rigidus
Arthrose des Großzehengrundgelenks
Der Hallux rigidus ist die häufigste Arthroseform am Fuß. Durch fortschreitenden Knorpelverlust versteift das Gelenk zunehmend – besonders die Abrollbewegung ist eingeschränkt. Das Abstoßen beim Gehen wird schmerzhaft.
Symptome
Klassifikation nach Coughlin
| Grad | Befund | Therapie |
|---|---|---|
| I | Geringe Schäden, Beweglichkeit >75% | Konservativ: Einlagen, NSAR, Injektion |
| II | Mäßige Arthrose, Dorsalextension 10–30° | Konservativ / Cheilektomie |
| III | Schwere Arthrose, Dorsalextension <10° | Cheilektomie oder Arthrodese |
| IV | Kompletter Knorpelverlust, Knochen-auf-Knochen | MTP-I-Arthrodese (Goldstandard) |
Weitere Abschnitte – Zehenfehlstellungen (Hammer-/Krallenzehe), Metatarsalgie und Morton-Neurom sowie weitere Arthroseformen – folgen demselben Aufbau: Abschnitts-Titel, Fließtext, Listen, ggf. Tabelle und Hinweis-Box.