Handchirurgie
Dupuytren-Erkrankung
Morbus Dupuytren
Kennen Sie das? Ein Finger – oft der Ring- oder Kleinfinger – lässt sich immer weniger strecken.
Beim Händeschütteln bleibt er verkrümmt, die flache Hand auf den Tisch zu legen gelingt nicht mehr, und in der Handfläche tasten Sie vielleicht schon Knoten oder einen harten Strang. Das ist typisch für den Morbus Dupuytren – eine gutartige, aber fortschreitende Erkrankung des Bindegewebes. Sie ist gut behandelbar, und je früher wir handeln, desto einfacher und erfolgreicher ist die Therapie.
Die Dupuytren-Erkrankung ist eine gutartige, aber fortschreitende Veränderung der Bindegewebsplatte (Palmarfaszie) in der Handfläche. Durch einen Umbau des Bindegewebes entstehen narbige Stränge und knotige Verdickungen, die über Monate bis Jahre zu einer zunehmenden Beugekontraktur führen – betont am ellenseitigen Ring- und Kleinfinger. Die Greiffunktion wird beeinträchtigt und kann den Alltag erheblich einschränken.

Ursache und Risikofaktoren
Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Als mögliche Faktoren werden diskutiert:
Die Erkrankung tritt häufig gemeinsam mit Karpaltunnelsyndrom und Springfinger auf. Dehnübungen und Schienen können den Verlauf nicht dauerhaft aufhalten.
Symptome
Wichtig: Ein langes Verschleppen mit jahrelanger Beugefehlstellung kann die Therapie verkomplizieren und das Ergebnis einschränken.
Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch die klinische Untersuchung. Beurteilt werden Lage und Ausmaß der Knoten und Stränge, die Beweglichkeit der Finger sowie sekundäre Gelenkkontrakturen. Bildgebende Verfahren sind in der Regel nicht erforderlich.
Behandlung
Konservative Therapie (begrenzte Wirksamkeit)
Operative Therapie – Therapie der Wahl
Vergleich der Operationsverfahren
| Perkutane Nadelfasziotomie | Offene Fasziektomie | |
|---|---|---|
| Durchführung | Ambulant | Ambulant möglich |
| Dauer | ca. 10 Minuten | 60–90 Minuten |
| Anästhesie | Lokalanästhesie | Lokal / WALANT / Regional / Narkose |
| Nachbehandlung | Pflasterverband, ggf. Physio | Castschiene 1 Wo., Fadenzug Tag 14 |
| Rezidivrate | Höher | Geringer |
| Geeignet für | Hohlhandstränge, ältere Patienten | Fingerstränge, Gelenkkontrakturen, Rezidive |
Operationsrisiken und Komplikationen
Individuelle Risikofaktoren und Wahrscheinlichkeiten besprechen wir im persönlichen Aufklärungsgespräch.
Ablauf und Nachbehandlung
Erwartete Ergebnisse
Viele Patientinnen und Patienten erreichen eine deutliche Verbesserung der Handfunktion und eine Reduktion der Kontraktur bis hin zur Wiederherstellung der freien Funktion. Wirkdauer und Rezidivrisiko hängen von der gewählten Methode und der individuellen Veranlagung ab.